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Raclette

Käseart: Halbfester Schnittkäse
Milch: Kuhmilch
Schimmel: Ohne Schimmel
Herkunft: Schweiz
Fettgehalt: 48 %
Lab: Tierisches Lab

Nährwerte pro 100 g

  • Kalorien: 357 kcal (15,5 % des Tagesbedarfs)
  • Proteine: 22,7 g (30,3 %)
  • Fette: 28 g (33,3 %)
  • Kohlenhydrate: 1 g (0,3 %)

Geschichte des Raclette-Käses

Raclette war bereits im 13. Jahrhundert in Europa bekannt. Historische Dokumente belegen, dass der Käse seinen Namen von dem Gericht erhielt, in dem er verwendet wurde. Mittelalterliche Hirten waren die ersten, die dieses nahrhafte und wärmende Gericht zubereiteten. Ursprünglich wurde es im Deutschen als “gebratener Käse” bezeichnet.

Auf langen Wanderungen, bei denen Vieh von einer Weide zur anderen getrieben wurde, nahmen die Hirten Brot und einen Laib fettreichen Käse mit. Nachts am Lagerfeuer wurde der Käse in die Nähe der Flamme gelegt, bis er so weit schmolz, dass man ihn abschaben und auf das Brot streichen konnte. Der Name “Raclette” leitet sich vom französischen Wort “racler” ab, was “abschaben” bedeutet.

Die industrielle Produktion des Käses begann in der Schweiz. Die Frage nach der Herkunft des Raclette bleibt jedoch auch im 21. Jahrhundert zwischen der Schweiz und Frankreich umstritten. Sicher ist nur, dass die Methode der Zubereitung in den Alpen entstand.

Zur Herstellung des Käses wird besonders fetthaltige Kuhmilch verwendet. Diese wird nicht gekocht, sondern zu Quark verarbeitet. Der gepresste Quark reift vier bis sechs Monate, wobei sich eine dünne, goldene Edelschimmelrinde bildet.


Geschmack und Kaloriengehalt von Raclette

Raclette hat eine gleichmäßig hellgelbe Farbe mit einer dichten, elastischen Textur. Die Rinde eines qualitativ hochwertigen Käses ist dünn. Das Innere verströmt ein ausgeprägtes Pilzaroma.

Der Geschmack ist mild, leicht pikant und cremig. Raclette wird traditionell in geschmolzener Form mit Brot und Gemüse verzehrt. Aufgrund seines hohen Fettgehalts ist er sehr kalorienreich: 357 kcal pro 100 g.


Nutzen und Risiken von Raclette

Raclette enthält viele B-Vitamine, die das Nervensystem unterstützen, das Immunsystem stärken und das Herz-Kreislauf-System fördern. Zink ist ein essenzielles Spurenelement für Muskelwachstum und beteiligt sich an der Proteinsynthese. Chrom wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus.

Zusätzlich enthält Raclette Natrium, Magnesium, Kalium sowie wichtige Aminosäuren wie Phenylalanin, Leucin, Lysin, Glutaminsäure und Tyrosin.

Trotz der gesunden Inhaltsstoffe ist Raclette ein sehr fettreicher Käse. Auch wenn er oft mit Gemüse kombiniert wird, kann er sich negativ auf empfindliche Verdauungssysteme auswirken. Menschen mit Magengeschwüren oder anderen Verdauungsproblemen sollten ihn mit Vorsicht genießen.


Kontraindikationen

Aufgrund seines hohen Fettgehalts kann der regelmäßige Verzehr von Raclette ohne ausreichende körperliche Aktivität zu Gewichtszunahme und Herzproblemen führen. Gesunde Menschen sollten nicht mehr als 50–100 g pro Tag konsumieren, während Diabetiker oder Personen mit Verdauungsproblemen die Menge auf 30–40 g reduzieren sollten.

Der Cholesteringehalt liegt bei 96 mg pro 100 g. Menschen mit Adipositas oder Bluthochdruck wird empfohlen, Raclette nur in Maßen zu konsumieren oder ganz darauf zu verzichten.

Zudem enthält Raclette viel Salz, was ihn für Menschen mit Niereninsuffizienz, Gallenblasenentzündung, Magengeschwüren oder Gicht problematisch macht. Menschen mit Laktoseintoleranz oder einer Allergie gegen Milcheiweiße sollten den Käse nur nach sorgfältiger Abwägung konsumieren.


Was kann man mit Raclette-Käse zubereiten?

Raclette ist ein vielseitiger Käse. Er kann sowohl geschmolzen als auch in Scheiben geschnitten in verschiedene Gerichte integriert werden. Er eignet sich für Saucen, Aufläufe und als Beilage zu Eintöpfen.

Das klassische Raclette-Gericht wird in einem speziellen Raclette-Grill zubereitet. Der Käse wird geschmolzen und auf ein Gericht mit Gemüse, Brot und Fleisch geschabt.


Welcher Wein passt zu Raclette?

Gerichte mit Raclette können mit verschiedenen Weinen kombiniert werden. Je nach Geschmack passen fruchtige Rot-, Weiß- oder Roséweine ohne starke Tannine besonders gut dazu.

In der Schweiz wird Raclette-Käse in Restaurants oft mit dunklem Bier serviert. Warum also nicht verschiedene Kombinationen ausprobieren und die passende Begleitung für den eigenen Geschmack finden?

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